Manfred Leirer & Harro Pirch

Landschaft im Dialog

Vernissage: 11.2. / 17:30
Ausstellungsdauer: 11. Februar - Juni 2027

Das Kulturhaus Sargfabrik präsentiert eine außergewöhnliche Gemeinschaftsausstellung zweier markanter Positionen der burgenländischen Kunstszene. Unter dem zentralen Thema „Landschaft“ zeigen Manfred Leirer und Harro Pirch, ihre Zugänge zu einem der vielschichtigsten Motive der Malerei und wie sich Naturerfahrung visuell übersetzen lässt.

Die Landschaft dient Manfred Leirer und Harro Pirch nicht bloß als Kulisse, sondern ist Projektionsfläche für Wahrnehmung, Struktur und Ausdruck. Die Ausstellung führt diese beiden unterschiedlichen Ansätze zusammen und zeigt die Bandbreite zeitgenössischer Landschaftsdarstellung.

Harro Pirch: Der abstrahierende Realist
Harro Pirch gilt als einer der renommiertesten Landschaftsmaler des Burgenlands. Seine Bilder unterschiedlicher Landschaften strahlen eine gewisse Dynamik und zugleich eine einnehmende Ruhe aus. Er fängt die weitgehend unverfälschte Natur und die sommerliche Lebenslust ein, meisterhaft übersetzt in seine charakteristische Farbpalette aus Neapelgelb und Chromoxydgrün. Es ist ein Realismus, der das Wesen der Landschaft filtert und geordnet spürbar macht.

Manfred Leirer: der stilisierende Expressionist
Einen kontrastierenden Gegenpol bildet Manfred Leirer. Seine Landschaftsdarstellungen lösen sich weitgehend vom Gegenständlichen und transformieren das Naturerlebnis in Farbe, Fläche und Horizonte. Geprägt von seinem Philosophiestudium, sucht Leirer nicht das Abbild, sondern die Essenz und die hintergründige Struktur des Raumes. Seine kraftvollen, zumeist expressiven Kompositionen lassen die Dynamik und die emotionale Wucht spüren, die das Erleben einer Landschaft innerlich auslösen.

Die Werkschau bietet dem Publikum die seltene Gelegenheit, das Thema Landschaft in zwei extremen und doch harmonierenden Facetten zu erleben: von der greifbaren Struktur bis zum aufgelösten Farbklang.

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Harro Pirch

Harro Pirch wurde 1941 in Frauenthal, Steiermark, geboren. Von 1959 bis 1966 studierte er an der Akademie der bildenden Künste Wien bei Robin Christian Andersen und Herbert Boeckl. 1971 gründete er die „Rabnitztaler Malerwochen“ im historischen Esterházy’schen Turmhaus in Unterrabnitz, die er über 55 Jahre zu einem internationalen Zentrum des künstlerischen Austauschs entwickelte.

Für sein Schaffen und seinen Einfluss auf die burgenländische Kunstszene erhielt er zahlreiche Auszeichnungen, darunter den Kulturpreis des Landes Burgenland für Bildende Kunst (2004) und das Komturkreuz des Landes Burgenland (2021). 2026 widmete ihm die Burgenländische Landesgalerie anlässlich seines 85. Geburtstags eine große Retrospektive.

www.harropirch.at

Manfred Leirer

Manfred Leirer, geboren 1965 in Oberpullendorf, studierte Malerei an der Akademie der bildenden Künste Wien bei Wolfgang Hollegha sowie Philosophie und Psychologie. Neben seiner Lehrtätigkeit am Gymnasium Oberpullendorf engagierte er sich viele Jahre bei den Rabnitztaler Malerwochen und in der KUGA-Galerie in Großwarasdorf. Er lebt und arbeitet in Neckenmarkt.

Im Zentrum seiner künstlerischen Arbeit steht die Enkaustik: Mit heißem, pigmentiertem Bienenwachs schafft Leirer intensive Raumtiefe und markante Oberflächentexturen. Seine Werke werden seit 1985 international ausgestellt und sind mehrfach ausgezeichnet.

www.manfredleirer.at