20 Fr Sep | 2019

Einlass: 19:00
Beginn: 19:30

Eintritt: Freie Spende

Die Baul-Musiker sind spirituelle Wandersänger in West-Bengalen und Bangladesch. Leider sind ihre Kunst & Kultur vom Aussterben bedroht - auch in Indien. Nach außen treten die Männer mit ihren leuchtend orangen und bunten Gewändern, ihrer Musik und ihrem Tanz in Erscheinung. Sie haben jedoch weder Tempel noch heilige Schriften. Sie lehnen jede Art von Dogmen ab - ihre Religion ist die Musik. Hört man die Baul singen, so erhält man eine Ahnung von ihrer tiefen spirituellen Verwurzelung und ihrer reichen mystischen Tradition.
Das Wort Baul stammt aus dem Alt-Sanskrit Wort Batul, was so viel heißt, wie verrückt oder berührt vom Geist des Windes. Die Menschen in den Dörfern schätzen und achten sie. Sie spenden ihnen Geld und Naturalien, wovon die Baul bescheiden leben können. Die Baul leben eine große spirituelle Freiheit. Religion und Herkunft spielt für sie keine Rolle. Bei den Bauls sind alle willkommen, egal ob Moslem, Hindu, Buddhist oder Christ.
Anando setzt in fünfter Generation das Erbe einer reichen Familientradition von Bauls fort. Er begeistert seine Zuhörer mit seinen Liedern und seinem Charisma. Mehrfach war er in den USA und in Europa auf Konzertreisen und musizierte auf internationalen Festivals. Die UNESCO hat die Baul-Musik in die Liste der Meisterwerke des mündlichen und immateriellen Erbes der Menschheit aufgenommen. Die Filmemacherin Sonja Steger hatte die seltene Gelegenheit einige Baul-Musiker zwei Wochen lang, zu Fuß in Westbengalen, von Dorf zu Dorf zu begleitet und so deren außergewöhnliche Musik kennen zu lernen.